Geschichte

Wie es zu diesem Turnier kam

Es wird immer wieder danach gefragt, wie denn nun alles begann. Hier folgt die Geschichte die eine über 30 jährige Tradition beschreibt.
Alles begann mit einem FKK-Verein. Ja, richtig. Einem Verein für Freikörperkultur, der als FSB Solaris e.V. sein Vereinsgelände auf einem alten Bauernhof in Goch-Hassum hatte. Die Mitglieder eines solchen Vereines liegen nicht den ganzen Tag nur in der Sonne, um nahtlos braun zu werden. Ganz im Gegenteil, sie sind sportlich sehr aktiv. Wir schwammen, spielten unter anderem Badminton, Volleyball, Tischtennis und natürlich Pétanque. Wir beteilgten uns derzeit an vielen Sportwettkämpfen und waren gleich in mehreren Bereichen sehr erfolgreich.

Logo_FSB_Solaris
Logo: Entwurf Berthold Perret, Realisation Willi Kruse

Im Herbst des Jahres 1987 waren wir zu Gast bei einem Wuppertaler FKK Verein, auf dessen Gelände die Deutsche Meisterschaft des DFK (Deutscher Verband für Freikörperkultur) ausgetragen wurde. Und weil dort ein Team fehlte, stiegen wir kurzfristig mit ein. Der Grundstein für eine lange Pétanquegeschichte war gelegt. Das Ergebnis an diesem Tag, ein neunter Platz von 64 teilnehmen Teams.

Nicht lange danach hatte Berthold Perret, als Vorsitzender des FKK Vereines mit Hilfe der Vorsitzenden des Partnerschaftsvereines der Stadt Goch, eine Anfrage an die Partner-Gemeinde Redon in der Bretagne gestellt. Da der Wunsch, einen FKK-Verein in der traditionell katholischen Region in Redon zu finden, belächelt und vehement verneint wurde, schrieb der Vorsitzende des Gocher FKK-Vereines eine weiteren Brief nach Redon. Dieses Mal richtete er den Fokus seiner Anfrage jedoch auf das Boule Spiel, das in unseren Breitengraden noch weitgehend unbekannt war.

In Frankreich spielte man es jedoch im kleinsten Dorf und bei jeder Gelegenheit. Ein paar Monate später kam eine Antwort von den Pétanque Redonnaise, die sich durch die Bezeichnung FSB Solaris - dem FKK Verein - und dem Umstand, dass sich Nackte mit ihnen austauschen wollten, nicht beirren ließen.

Nach einer gefühlten Unendlichkeit und reichlich Schriftwechseln stand fest, dass einige Franzosen zu unserem 1. Turnier am 01.10.1988 nach Goch kommen würden. Das war dann die Geburtstunde der Goch Ouvert. Ein Turnier musste her. Und möglichst nichts Kleines. Unsere Ansprüche waren hoch. Wo sollte gespielt werden? Wie viele Teams würden kommen? Was benötigte man zur Beköstigung? Gab es sanitäre Anlagen? Viele Fragen, die in wenigen Monaten beantwortet und anschliessend realisiert werden mussten.

Bei der Stadt Goch zeigte man sich interessiert und bot mir, als Vorsitzendem des FSB Solaris, den Ascheplatz des Hubert Houben Stadions als Austragungsort an. Das war zwar nicht der klassische Untergrund für diesen Sport, bot aber den Vorteil, dass wir dort viel Platz hatten und eine Gastronomie mit sanitären Anlagen vorhanden war. Wieviele Teilnehmer kommen würden, war zu jener Zeit nicht abzusehen, denn der Niederrhein war ein weitgehend unerschlossenes "Boule-Land". Zu Deutsch, nördlich von Düsseldorf, Krefeld und Bad Godesberg gab es nichts. Ein weißer Fleck auf der Landschaft.

Als eine sehr große Hilfe stand mir damals Willi Kruse, der 2. Vorsitzende des FKK Vereines, zur Seite. In nur 2 Monaten planten wir zwei das eigentlich Unmögliche. Das erste große Bouleturnier am Niederrhein, dass damals noch den Namen 1. offene Vereinsmeisterschaft des FSB Solaris hieß.

45 Doublettes, die damals bereits aus ganz NRW und den angrenzenden Niederlanden anreisten, trugen diese 1. Goch Ouvert, wie das Turnier dann später genannt wurde aus. Sieger waren, nicht ganz unerwartet ….. Bernard Couny mit dem bereits verstorbenen Michel Legal, vor Pierre Lemarchand und Guy Turgis, die ausnahmslos alle den Pétanque Redonnaise angehörten und gemeinsam mit Pierrette und Roland Frageul bei der Familie Perret in Hassum untergebracht waren.

Obwohl das Turnier gut verlaufen war und sich auf breiter Linie als Erfolg zeigte, erregten sich einige Gemüter beim FSB Solaris und es war eine zwangsläufige Folge, dass der Vorsitzende mit der GBG, der Gocher Boule Gemeinschaft, einen weiteren Verein gründete. In kurzer Zeit schlossen sich mehr als 30 Interessenten, aus Goch, Kleve, Nijmegen und Xanten dem Verein an. Gemeinsam wurde nun die erste große Veranstaltung im Gocher Stadtpark geplant. Die Erfolgsgeschichte der Goch Ouvert nahm ihren Lauf.


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Logo: Entwurf Berthold Perret, Realisation Heinz Meyen

Aus der Gocher Boule Gemeinschaft wurde ein eingetragener Verein mit dem Namen Pétanquefreunde Goch "PF Goch". Nach wenigen Jahren beliefen sich die Teilnehmerzahlen bereits auf über 100 Doublettes und in Rekordzeit war das maximale Teilnehmerfeld von 128 teilnehmenden Teams erreicht. Wir arbeiteten mit Wartelisten, die über die Homepage von PF Goch abrufbar waren und im Rekordjahr die stattliche Zahl von 165 erreichte.

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Logo: Entwurf Berthold Perret, Realisation Uwe Große

Ohne Jumelage keine Goch Ouvert

So könnte man die Ereignisse der ersten Stunde zusammenfassen. Ohne den FSB Solaris hätte es auch nie die GBG gegeben und bestünden die Pétanquefreunde Goch heute nicht. Der Austausch zwischen Gocher und Redonnaiser Boulespielern begründet also dieses Turnier, dass die ersten zwanzig Jahre unter der Leitung von Berthold Perret unter Mithilfe eines Großteils der Aktiven des Vereines ausgetragen wurde. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Präsidenten des Vereines ging die Leitung und Organisation erfolgreich auf Stefan Kempers über, der sich bis zum vorläufig letzten Turnier mit all seiner Energie einbrachte.



 Logo_Petanque_Redonnaise
Logo: Entwurf Pétanque Redonnaise